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Pro und Contra: Die Astrophysik PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Petty230   
Montag, den 05. Oktober 2009 um 20:05 Uhr

Lange ist unsere letzte Pro und Contra Ausgabe her, doch aktuelle Diskussionen verlangen geradezu danach, dass erneut kontroverse Meinungen gegenüber gestellt werden. Das „Grosse Neue“ ist nun schon seit einiger Zeit online und läuft nun in 6 Universen. Die Kritik ist laut, aber auch viele Befürworter der Neuerungen finden sich. Einer der grössten Streitpunkte ist die Astrophysik: Sie verlängert die Anfangsphase und erlaubt zusätzliche Kolonien, aber die Kosten sind sehr hoch. Ob er sie für gut hält, mag unser Leser entscheiden...

 

 

Das Pro zur Astrophysik

- von: florianxxx, aktiv in Uni 1,6&70 -

Das Redesign ist fertig, die ersten wirklich normalen Unis eröffnet und die neuen Features stehen. Allen voran die Umwandlung der Expeditionstechnik in die Astrophysik und die damit verbundenen Neuerungen im Bereich der Kolonisation. Eine in meinen Augen sehr gelungene Neuerung, die letztendlich die Umsetzung verschiedenster Userwünsche ist.
Der Hauptvorteil liegt wohl in der Aufweichung des Planetenlimits. Wie oft wurde ein 10. oder 11. Planet schon gefordert? Wie sehr wünscht man sich als Spieler nicht noch einen zehnten Planeten, um mal eben noch eine Kolonie in Zielnähe zu gründen, ohne einen der gut ausgebauten und mit Mond versehenen Planeten löschen zu müssen? Gerade durch den Userschwund werden Kolonien in ehemals belebten Gegenden zu einsamen Außenposten in verlassenen Systemen. Auch unter diesem Aspekt sind gerade im späten Stadium der Universen zusätzliche Planeten hoch willkommen. Statt 30 % mehr Spieler hat einfach jeder Spieler 30 % mehr Planeten und somit füllen sich die Systeme wieder ein wenig.

Aber auch in der Anfangsphase hat die Astrophysik große Vorteile, insbesondere für die viel beschworenen Neulinge in OGame. Im aktuellen OGame sind schon nach kurzer Zeit alle Positionen belegt. Wer das Kolonieschiff erforscht hat, kolonisiert, was das Zeug hält. Selbst wenn eine Kolonie zu klein ist wird sie erstmal behalten, um wenigstens einige Ressourcen zu gewinnen. Die Folge davon ist aber, das gerade unerfahrene Spieler und weniger aktive Spieler an den Rand gedrängt werden. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sie müssen entweder mit Kolonien in den obersten Galaxien und die damit verbunden Flugzeiten und Deuteriumkosten auf sich nehmen oder versuchen, auf den Randpositionen einen Zufallstreffer zu landen. Durch die Astrophysik wird genau das zumindest am Anfang unterbunden. Selbst 24/7-OGamer schaffen nicht mehr als 2 bis maximal 3 Kolonien. Dadurch bleiben die Systeme leer und die Neulinge werden quasi zu ihrem Glück und auf die guten Positionen gezwungen. Sie können wenigstens eine Kolonie in ihrem System oder einem der Nachbarsysteme platzieren, gerade zum Saven ist das unabdingbar.

Wie auch in der Anfangsphase, so wirkt die Astrophysik gerade danach als eine extreme Bremse. Eine Tatsache, die vielen Spielern missfällt. Aber gerade Endlosspiele haben extreme Probleme damit, auch bis in höchste Spielstufen hinein für Spannung zu sorgen. Gerade in den alten Universen sind alle wichtigen Punkte erreicht, die besonderen Ziele wie Gravitonforschung, Monde, Sprungtore usw. sind erreicht, es wartet nichts neues mehr. Aber gerade das Streben nach dem nächsten Neuen, nach der nächsten "Stufe" gewissermaßen treibt viele Spieler an. Die Astrophysik kommt gerade diesen Spielern entgegen. Zum einen schafft sie selber solche Punkte, den 9., 10. oder 11. Planeten und zum anderen zögert sie das Erreichen der genannten Punkte heraus. Von den Usern werden oft Einheiten oder Forschungen im High-End-Bereich gefordert, teils mit aberwitzigen Kosten und Voraussetzungen. Eben um einen weiteren, zu erreichenden Punkt zu schaffen. Das schafft die Astrophysik.

Alles in allem ist die Astrophysik daher eine sinnvolle Änderung, auch wenn die Verlangsamung durchaus Geschmackssache ist und einigen wohl zu extrem ausfällt. Aber gerade Neulinge haben keinen Vergleich zu früher und gehen daher unbelastet in das Uni. Nur bei der Einführung in den alten Universen sollte man wohl Fingerspitzengefühl walten lassen, um die Punkteverluste und die Nachteile für Neueinsteiger nicht zu groß werden zu lassen. Aber noch steht ja nicht fest, wie die Astrophysik in die alten Unis implementiert werden soll, daher sollte man sich mit Kritik diesbezüglich zurückhalten.

 

Das Contra zur Astrophysik

 - von: Troublestarter, aktiv in Uni 35&60 -

Bekanntlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Das gilt auch für die Astrophysik. Sie verspricht viel, doch bei Lichte betrachtet zeigen sich große Schwächen.

 

Als erstes fallen die Kosten auf. Bei den ersten Stufen ist das noch ganz human, doch um allein auf die für alteingesessene Ogamer gewohnte Zahl von 9 Planeten zu kommen, muss für den entscheidenden Schritt 10.106.300 Metall, 20.212.600 Kristall und 10.106.300 Deuterium ausgegeben werden. Wenn man bedenkt, dass man für diese Forschung dann insgesamt 23.576.100 Metall, 47.152.100 Kristall und 23.576.100 Deuterium investiert hat darf man sich getrost fragen, woher diese Summen angesichts der Kolonienanzahl kommen sollen. Außerdem ist zu bemängeln, dass zusätzlich den bereits vorhandenen kristallastigen Forschungen eine weitere hinzugefügt wird und damit der Metallüberschuss weiter zunimmt. Statt also erst ab 9 Planeten die Forschung wirken zu lassen, werden allein schon 9 Planeten zu einem Kraftakt. Offensichtlich möchte man den Absatz des Händlers und Technokraten steigern und pfeift dabei auf eine gesunde Kostenstruktur im Spiel.

 

Dass man sich mit der Astrophysik jede Kolonie mühsam hinzuforschen muss, hat noch einen weiteren Effekt, der nicht sofort auffallen mag. Wird den heutigen „alten“ Universen doch nachgesagt, dass sie für Neueinsteiger eher unfreundlich wären, weil die Tops so uneinholbar weit vorne liegen würden, so verschärft sich durch die Astrophysik diese Problematik in Redesign-Universen weiter. Jede weitere Kolonie ist Gold wert, liefert sie doch mehr Ressourcen für den weiteren Ausbau des Accounts. Obwohl genug Platz im Universum vorhanden sein mag, kann man nicht sofort expandieren sondern muss, wie oben ausgeführt, viele Millionen ausgeben, die man bisher direkt in Minen oder Flotte investieren konnte. Die Aufholjagd zu den Tops in einem bestehenden Universum wird dadurch nicht spannender, sondern deprimierender. Gutes Balancing sieht anders aus.

 

Apropos deprimierend. Uni-Starts werden nun noch mehr in das Image gepresst, dass man am besten arbeitslos sein oder schulfrei haben muss, um dabei Erfolg zu haben. Schon bisher musste man sich anstrengen, die Voraussetzungen für das erste Kolonieschiff zu erfüllen und dieses dann auch zu bauen. Durch die zusätzlichen Kosten durch die Astrophysik kommt man nun in der Startphase noch schneller ins Hintertreffen, wenn man nicht die Zeit optimal auskauft. Das zeigt sich dann vor allem in der mühsamen Suche nach noch freien und besiedelbaren Positionen. In Verbindung mit mickrigen Lagerkapazitäten am Anfang schlägt die Verlangsamung des Spielstarts voll auf die Motivation derer durch, die in der Startphase zwar dabei sein, aber nicht viel Zeit investieren konnten.

 

Mit der Astrophysik geht auch eine neue Kolonisierung einher. Details dazu sollen hier nicht diskutiert werden- bis auf die Tatsache, dass erst ab Stufe 8 alle Positionen besiedelt werden können. Dies mag zuerst nicht ins Gewicht fallen, sind die Randpositionen außerhalb des Bereiches 4 bis 12 ohnehin nicht sehr beliebt, aber es hat eine spürbare Auswirkung in dicht besiedelten Universen. Hat man beispielsweise eine Position entdeckt, auf der ein Account steht, bei dem mit Löschung durch Inaktivität gerechnet werden kann, oder auf der ein zerstörter Planet vorgefunden wird, so konnte man sich bisher, sofern frei, sofort eine Randposition in der Nähe sichern, um die Flugzeiten zur Wunschposition zu verringern. Mit der Astrophysik ist man hier jedoch eingeschränkt und muss gerade am Anfang beim Setzen solcher temporären Kolonien die begehrten Kolonien benutzen.

 

Als letzter Punkt soll hier noch ein Problem genannt werden, das seit der Bekanntmachung der Astrophysik zumindest den Spielern wohlbekannt ist. Es geht um die Umwandlung der Expeditionstechnik in die Astrophysik in den bestehenden Universen. Dadurch, dass nur die Forschungsstufen der Expeditionstechnik angerechnet werden und die Kosten für die Astrophysik im Vergleich zur alten Forschung gesenkt wurden, sinkt der Gegenwert der Forschung erheblich. Gerade bei denen, die die Expeditionstechnik auf beachtliche Stufen geforscht haben, werden Ressourcen und damit Punkte in großem Stil vernichtet. Das vermittelt den Eindruck, als ob die Spieler der alten Universen nur bei der Bestellung von DM wichtig sind, nicht aber bei der Berücksichtigung ihrer Interessen.

 

Leider ist die Chance verpasst worden, mit der Astrophysik eine wirklich gute Neuerung ins Spiel zu bringen. Statt die Schwächen vor Release des Redesigns zu beheben, wurden die Einwände ignoriert. Jetzt kann nur noch im Nachhinein etwas geändert werden, was aber meist zu Flickschusterei führt und neue Probleme mit sich bringt. Schade GF, Idee 1-2, Durchführung 5-6.

 

 

 

Das Fazit der OGameUniverse-Redaktion

 

Die Diskussion ist noch im vollen Gange, die Befürworter und Gegner liefern sich heisse Wortgefechte. Argumente für die Astrophysik sind die Aufweichung des Planetenlimits, die Schaffung von neuen Zielen und die Verlangsamung der beliebten Anfangsphase sowie mehr Kolonieplätze für Neulinge. Allerdings spricht auch genau soviel dagegen, viele Spieler finden eben die Anfagsphase sehr langweilig. Ausserdem ist die Aufweichung des Planetenlimits mit extrem hohen Kosten verbunden, und bis man überhaupt9 Planeten möglich sind, muss eine beachtliche Summe investiert werden. Für Neulinge wird das Kolonisieren nicht einfacher, da ein Grossteil der Positionen erst mit höherer Stufe verfügbar werden und Kolonien viel taktischer platziert werden müssen. Die Argumente beider Parteien sind leicht nachzuvollziehen, aber eine Meinung muss sich jeder selbst bilden...

 

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Wir bedanken uns bei den beiden Autoren der Pro- und Contraseite für die Bereitschaft, an diesem Projekt mitzuwirken. Wer ebenfalls einen eigenen meinungsäußernden Text zu einem bestimmten spieltechnischen oder aktuell in der Community diskutierten Thema bei einer "Pro und Contra"-Ausgabe von OGameUniverse präsentieren möchte, kann sich gerne an uns wenden.

 

 

 

 







 


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