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Das Ende von OGame in Korea PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Alex deLarge   
Donnerstag, den 19. November 2009 um 00:16 Uhr
Es werden keine OGame-Server abgeschaltet werden – mit dieser Aussage wurde in der jüngeren Vergangenheit oft beruhigend auf die Spieler eingegangen, welche ein Ende ihrer aussterbenden und dadurch für die GF womöglich nicht mehr lukrativen Universen fürchteten. Da kam die Nachricht sehr überraschend, dass die Gameforge AG den Betrieb von OGame in Korea in diesen Tagen komplett eingestellt hat. Ist dies der erste Schritt, um nicht mehr lohnenswerte Communities und Universen abzustoßen?

Der Verdacht, dass sich die Server im fernen Osten nicht lohnten, liegt durchaus nahe, wenn man sich die Accountzahlen der dortigen Universen vor Augen führt. In neun Universen findet man zusammen gerade mal 7.066 Accounts, und auch hier bedeuten Accounts nicht gleich aktive Spieler. Die meisten der Universen befanden sich somit weit unter dem Niveau, welches bei uns als aktiv angesehen wird.

Doch nicht nur in Korea muss man sich von OGame verabschieden, auch die Server für die chinesischen Spieler werden abgeschaltet. Sonderlich gelohnt dürften auch diese sich nicht haben, sind die Accountzahlen dort doch sogar noch desaströser als im Nachbarland. Die neun chinesischen Universen bevölkern gerade mal 5.910 Accounts, absoluten Schlusslicht ist Universum 8 mit ganzen 379 registrierten Spielern – wie viele davon aktiv sind, ist nicht bekannt.

Accountzahlen Korea
Universum 1: 787
Universum 2: 585
Universum 3: 558
Universum 4: 631
Universum 5: 557
Universum 6: 661
Universum 7: 743
Universum 8: 635
Universum 9: 1.939
Gesamt: 7.066

Accountzahlen China
Universum 1: 680
Universum 2: 395
Universum 3: 438
Universum 4: 412
Universum 5: 405
Universum 6: 504
Universum 7: 444
Universum 8: 379
Universum 9: 2.253
Gesamt: 5.910

Dass hier ein Schlussstrich gezogen werden würde, war der Gameforge AG offensichtlich bereits eine ganze Weile klar, denn obwohl die Startseite bereits an das Redesign angepasst wurde, sucht man in Korea und China vergeblich nach einem Universum mit der neuen Spieloberfläche. Um mehr über die Hintergründe der Schließungen heraus zu finden, haben wir uns mit unserem neuen CoMa Sethazzar darüber unterhalten.

OGameUniverse: Die Gameforge AG hat OGame in Korea und China beendet. Was kannst du uns über die Gründe für diesen Rückzug sagen?
Sethazzar: Trotz umfangreicher Bemühungen ist es uns nicht gelungen, die technischen Voraussetzungen bei den dortigen Service Providern zu schaffen, um OGame - wie auch andere GF-Spiele - für die Spieler zufriedenstellend zu betreiben.

OGameUniverse:
Ist es ein Zufall, dass es mit China und Korea ausgerechnet zwei asiatische Länder trifft, deren politische Führung für einen sehr dominanten Umgang mit dem Internet sowie weitreichende Zensur bekannt sind?
Sethazzar: Einige asiatische Länder sind bekannt für gewisse Besonderheiten im Umgang mit dem Internet, sowie für ihr Wirtschafts- und Staatssystem. Ob und wie viel Einfluss das auf die dortigen Service Provider hat, bleibt reine Spekulation.

OGameUniverse: Haben hier auch wirtschaftliche Interessen seitens der GF eine Rolle gespielt? Ein Blick auf die Accountzahlen in den dortigen Universen zeigt, dass sich OGame in Korea und China finanziell nicht sonderlich gelohnt haben dürfte.
Sethazzar: Wie oben beschrieben, konnte OGame nicht reibungslos betrieben werden, was durchaus einen Einfluss auf die Zufriedenheit und somit Anzahl der Spieler hat. Natürlich stellt das auch die Wirtschaftlichkeit des Spiels in diesen Ländern in Frage - vor allem, wenn keine Besserung der technischen Voraussetzungen abzusehen ist.

OGameUniverse: Auch in diesen beiden Ländern war es möglich, Dunkle Materie zu kaufen und damit den Commander, die Offiziere und den Händler zu nutzen. Was geschieht mit der DM, welche die Spieler bei der Schließung der Universen noch in ihren Accounts haben?
Sethazzar: Die vorhandenen DM werden in Coupons umgewandelt, wobei zu Gunsten der Spieler aufgerundet wird. Die Coupons können in allen Spielen von Gameforge eingelöst werden.

OGameUniverse: Der asiatische Markt gilt im Sektor der Onlinespiele als äußerst lukrativ. Kann es sich die GF vorstellen, unter veränderten Bedingungen ihre Spiele auch wieder in China und Korea anzubieten?
Sethazzar: Sofern sich die Bedingungen zukünftig ändern, wird der Vertrieb in diese Länder sicher wieder interessant werden.

OGameUniverse: Die Schließungen dort zeigen, dass es für die Gameforge AG problemlos möglich ist, Universen abzuschalten. Ist dies auch eine denkbare Option für die alten deutschen Universen, welche immer weiter aussterben?
Sethazzar: Das ist nicht vergleichbar. Bei der Schließung der dortigen Universen spielten die Userzahlen nur eine untergeordnete Rolle. Hier waren die technischen Probleme ausschlaggebend. Das deutsche OGame wird unter ganz anderen Bedingungen betrieben. Eine ähnliche geartete Schließung ist hier nicht zu befürchten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass im Endeffekt zwar durchaus wirtschaftliche Gründe zu der Schließung sämtlicher GF-Games in China und Korea geführt haben, diese jedoch durch technische und länderspezifische Probleme entstanden. Offensichtlich konnte man aus den betroffenen Ländern aus Gründen, über die man bei der Gameforge AG nicht öffentlich spekulieren möchte, nicht zuverlässig auf die in Karlsruhe stehenden Server zugreifen. Dass Spiele, welche derart schlecht erreichbar sind, kaum große Erfolge feiern, ist im hart umkämpften Onlinemarkt keine Überraschung. Damit ist das dreijährige Engagement in Ostasien für die Gameforge AG zwar ein Reinfall, hat aber keinerlei Auswirkungen oder Modellcharakter für die anderen Communities.






 


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