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Gameforge - Eine Geschichte des Erfolgs PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sunreview   
Freitag, den 26. Februar 2010 um 16:49 Uhr

Das Unternehmen Gameforge gilt heute als weltweit erfolgreichstes Unternehmen in der Sparte der Browserspiele. Mit Browsergames wie OGame und Gilde1400, aber auch mit MMOGs wie Metin2 oder 4Story erwirtschaftet sie heute einen mehrstelligen Millionengewinn. Mehr als 400 Mitarbeiter sorgen für zirka 20 Spiele und deren reibungslosen Ablauf, und dazu kommen noch tausende Freiwillige, welche als Moderatoren, GameOperatoren oder Administratoren hauptsächlich für Userprobleme zuständig sind. Doch nicht immer lief das Unternehmen so reibungslos wie heute – und aller Anfang war auch klein.


Die Geschichte der Gameforge beginnt mit einem Studenten namens Klaas Kersting. 2002, während seines Informatikstudiums, erstellte er das Browsergame Wogen des Schicksals, um durch die Werbung innerhalb dieses Spiels Geld zu verdienen. Durch Zufall traf er bei der Suche nach Partnern auf OGame. OGame war Mitte 2002 ebenfalls von einem Informatikstudenten, Alexander Rösner, gegründet worden. Nach kurzem E-Mail-Kontakt stieg Kersting in das Spiel ein – und im Dezember 2003 gründeten beide zusammen die Gameforge GmbH in Karlruhe. Obwohl die Firma ursprünglich als Werbevermarkter für Onlinespiele gegründet worden war, verlagerten sich die Interessen des Unternehmens relativ schnell zur reinen Vermarktung von Browsergames und später MMOGs.

Das Jahr 2004 war geprägt von sofortigem Wachstum und ersten neuen Mitarbeitern. Im Juni, nach Abschluss von Kerstings Informatikstudium, wurde ein festes Büro in Karlsruhe gemietet und von da an Vollzeit für die beiden ersten Spiele gearbeitet. Überraschenderweise war die Firma, trotz fehlender Investoren und nur geringem Startkapital, vom ersten Tag an profitabel. Abgesehen von Galaxywars, welches im März 2004 übernommen und in das Portfolio integriert wurde, sind in diesem Jahr keine neuen Spiele eröffnet worden – stattdessen konzentrierte man sich auf die Programmierung von mehreren neuen Spielen und dem langsamen, doch stetigen Wachstum. Erst 2005 folgten weitere Spiele, darunter Space4k und BiteFight. Insgesamt wuchs die Firma allein 2005 um 350%, und am Ende des Jahres waren 30 Mitarbeiter in fester Anstellung. Auch die innerhalb eines Jahres um mehr als 200% auf 2 Millionen angestiegene Spielerzahl sorgt für eine deutliche Steigerung des Gewinns und der Bekanntheit des Unternehmens.

Auch 2006 stand ganz im Zeichen der Expansion. Mit Metin2, Battleknight, Magefight und vielen weiteren Spielen wurden 2006 bislang die meisten Spiele innerhalb eines Jahres gelauncht. Auch das Wachstum war wieder mehr als überdurchschnittlich: Die auf 60 Mitarbeiter angewachsene Firma erwirtschaftete bereits einen Gewinn von einer Millionen Euro bei einer Bilanz von knapp 2,2 Millionen Euro. Damit lag die Firma bereits damals knapp vor BigPoint, dem größten Konkurrenten innerhalb des MMOG-Marktes. Gerade das große Wachstum führte zur Gründung von zwei Tochterfirmen, der Gameforge 4D GmbH, welche für die Vermarktung von clientbasierten Spielen wie Metin2 zuständig ist, und der ersten ausländischen Niederlassung, Gameforge SARL, welche die Vermarktung von The Saga of Ryzom übernehmen sollte (mittlerweile liquidiert). Gameforge GmbH wurde zu diesem Zweck in eine AG umfirmiert, welche nur mehr als Holding (Hauptfirma, zu der alle Gewinne abgeführt werden, welche selbst allerdings keine direkte Vermarktung und damit auch keinen Gewinn erwirtschaftet) dient. Die Vermarktung von Browsergames übernahm die Anfang 2007 gegründete Gameforge Productions GmbH. Obwohl die Hauptfirma Gameforge eine Aktiengesellschaft ist, verbleiben sämtliche Aktien bislang in Eigenbesitz. An der Börse sucht man Gameforge AG somit vergeblich.

2007 konnte der Erfolg fortgeführt werden – das neue Erfolgsspiel Gladiatus und die Finanzierung der Online-Spiele ohne verpflichtende Ausgaben und stattdessen durch freiwillige Payment-Features mit realem Geld führten zu einer wahren Explosion der Spielerzahlen und auch des Gewinns. 40 Millionen registrierte Useraccounts gab es in knapp 15 Spielen in 30 verschiedenen Sprachen, 7 Millionen davon spielten aktiv. Der Umsatz von fast 15 Millionen Euro und ein Gewinn von 5,9 Millionen Euro sprechen ebenfalls für sich. Trotz – oder gerade wegen – des Rekordgewinns konnte sich die Firma mit Accel Partners, einem in London ansässigen und international agierenden Beteiligungsunternehmen, einen starken Risikokapitalgeber sichern. Der Hauptzweck der mehr als 10 Millionen Euro Unterstützung, welche Accel Partners Gameforge gewährte, diente dem weiteren Wachstum.

Die Zeichen standen gut für 2008. Etwas zu gut. Denn der Erfolg und das rasante Wachstum brachten auch erste Probleme mit sich. Anfang 2008 war Gameforge durch den mangelnden Platz gezwungen, mit seinen 100 Mitarbeitern in den Technologiepark Karlsruhe umzuziehen. Zudem begannen die einzelnen Communities nun vermehrt, Kritik direkt an Gameforge zu richten – die Firma würde sich zu sehr auf die Vermarktung und Entwicklung von neuen Spielen und den Gewinn konzentrieren und die Weiterentwicklung von technisch älteren Spielen dabei außer Acht lassen. Tatsächlich merkt man, dass Gameforge mit der Situation scheinbar überfordert war und teils immer noch zu sein scheint. Mehr als 20 Spiele, 60 Millionen registrierte Accounts und 10 Millionen aktive Spiele mussten von gerade einmal 100 Mitarbeitern betreut werden. Allein 2008 wurden aus diesem Grund fast 100 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Zudem wurden unrentable Spiele wie Heropolis oder KnightsDivine geschlossen. Obwohl in den Medien allgemein nur wenig Werbung gemacht wurde, war auch 2008 der Gewinn mehr als enorm: Mit 13,3 Millionen Euro wurde der Gewinn um 225% gesteigert, auch der Umsatz lag mit 32,4 Millionen Euro um 216% höher als im Vorjahr.

Wie im Vorjahr wurde auch im Jahr 2009 kräftig expandiert. Die Mitarbeiterzahl stieg um 100% auf knapp 400, und man rechnet mit einem Umsatz im dreistelligen Millionenbereich. Vor allem das Erfolgsspiel Metin2 mit mittlerweile mehr als 7 Millionen aktiven Spielern in Europa und damit das größte MMOG Europas ist für das enorme Wachstum verantwortlich. Doch nicht nur Spiele, auch bekannte Internetseiten wie Gamesdynamite.de oder gamaXX.de werden, teils über Tochterfirmen, von Gameforge betrieben. Gameforge ist heute mit 100 Millionen registrierten Accounts, 18 Millionen aktiven Spielern und täglich 250.000 neuen Accounts weltweit eine der erfolgreichsten Firmen im Bereich der Online-Spiele. Doch die Konkurrenz ist vielfältig – und vielleicht sollte Gameforge auch mehr an seine kleinen Schätze denken, die das Unternehmen erst bekannt gemacht haben.

 





 


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