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Brennendes Deuterium PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Pellaeon   
Dienstag, den 25. August 2009 um 11:12 Uhr

Auf den zweiten Platz unseres Wettbewerbs schaffte es Pellaeon mit seiner Geschichte "Brennendes Deuterium" und einer Wertung von insgesamt 8,26 Punkten. Im Anschluss an den Contest konnten wir den Autor zudem für unser Team gewinnen, ihr werdet in Zukunft also noch des Öfteren etwas von ihm hören.


Es war wieder einmal ein wunderschöner Tag auf Zotikron Alpha, strahlender Sonnenschein, keine Wolke war am Himmel zu sehen und die Luft war frisch und klar. Leider lag die Temperatur bei etwa -60 C und durch den Schwefelgehalt der Atmosphäre lag ein leichter Geruch nach faulen Eiern in der Luft. Aber es war ein schöner Tag!

Genau richtig, um einen weiteren Versuch zu wagen.

Pellaeon schloss die letzten Knöpfe seines Thermoanzugs und trat den ersten Schritt aus dem gewaltigen Gebäude heraus. Tiefe Ruhe empfing ihn, als er über die endlose Weite des gefrorenen Planeten blickte. Wohin das Auge auch blickte, erstarrtes Deuterium. Langweilig. Das Einzige, was die Ruhe störte, war das allgegenwärtige und ebenso allmächtige Dröhnen der Deuteriummine, die tief unten Blöcke aus dem Eis brach und das blaue Gold dann langsam schmolz, immer in der Hoffnung, dass es nicht plötzlich explodierte. Aber all das war jetzt unwichtig.

Er drückte den Knopf des Helmvisiers und kalte Luft strömte ihm entgegen, ein angenehmes Gefühl nach der Enge des Helms. Er begann vorsichtig, den Versuch aufzubauen. Alles war bereit. Er drückte den Knopf und das Feuerzeug (ein deuteriumbetriebenes Zippo) zündete die Zigarette. Vorsichtig führte er sie zum Mund und tat den ersten Zug. Göttlich. Jetzt der kritische Punkt. Pellaeon versuchte, die Zigarette wieder von seinen Lippen zu lösen, aber sie war festgefroren. Schon wieder. Wie gestern, vorgestern, und jeden Tag, seit er hier war. Er setzte zu einem deftigen Fluch an, der mehrere Götter, Darmendprodukte und Mütter verschiedener Personen beinhaltete, kam aber wegen eines zugefrorenen Mundes nicht weit.

Er klappte das Visier hoch und stiefelte wieder rein, um warmes Wasser zu suchen. Einmal im Gebäudekomplex, stolperte er am Einheimischentrakt vorbei, die ihn wieder einmal in ihrer seltsamen Sprache unverständliche Dinge wie Rehcilmäd Toidi” oder “Haxekaxebutewutz” zuriefen, aber das war inzwischen zu einem Hintergrundgeräusch geworden.

Zurück in seinem Zimmer nahm er erst einmal ein heißes Bad, klebte sich dann ein Schnellheilpflaster auf die Lippen und schalte den Holoseher auf Galaxynetworks. Irgendwer hatte Schildtechnik auf Level 22 gebracht. Er wusste nicht einmal, wozu das gut war. Nächster Bericht. 10.000 Todessterne hatten einen koordinierten Angriff gegen eine der größten Flotten des Universums geführt. Damit konnte er etwas anfangen! Er hatte mal einen Spielzeugtodesstern besessen und damit die Schlachtschiffe seiner Kindergartenfreunde zerstört, bis er einen Kindergärtner aus Versehen mitpulverisierte und sie ihm den Todesstern wegnahmen. Oh glückliche Kindheit! Pellaeon hatte einen Großteil der seinen auf Betelgeiz 4 ½ verbracht, unter vom Staub grauen Bäumen und von Raumschiffwerften dominierten Sternenhimmel. Hier hatte er auch zum ersten Mal Heidewitzka kennengelernt, als dieser ihm das Milchgeld zum Kauf einer Tüte Gras abnehmen wollte, der Beginn einer langen und fruchtbaren Freundschaft, die mit ihm hier und Heidewitzka Herrscher der SaD-Galaxis (Search and Destroy, bei Mitgliedern auch Saftsäcke auf Droge) geendet hatte.

Nachdem er genug gesehen hatte, machte er sich in den Verwaltungsraum auf, um die Tagesberichte zu hören. Pellaeon begann, sich die Tagesförderungen anzusehen, während er auf seine beiden Offiziere wartete, die neben dem Verwaltungscomputer, OPA, die beiden einzigen vernunftbegabten Wesen in dieser Einöde waren. Der Computer war allerdings im Moment nicht in Gesprächslaune, er hatte einen ausgewachsenen Ehekrach.

Sein 2. Offizier trat ein, Chivitz, ein blonder, blauäugiger, muskulöser Nerd mit Anglizismentick. “Sir, yes, Sir, melding mich zum Service, Sir!”

“Geht klar. Besondere Vorkommnisse?”

“No, Sir, nur ein Deuteriumleak in Section Twentyfive mit 20 einheimischen Toten.”

“Hatte ich nicht ausdrücklich erwähnt, dass das täglich einzuplanen ist?"

“Yes, Sir! Wird gelassen, Sir! Ein viel graveres Problem ist allerdings today in der Computersection aufgetaucht, Stromkreis 3043-D Section 22 hat einen Buffer-Overflow mit 2 solartracked frontendgebebustertem Headoverarray mit Raycataclisming und false/true shifted Headerreading…”
Sinnlos.

“Dann reparieren sie es! Wegtreten!”

“Aber die Consequences könnten critical sein…”

“WEGTRETEN!”

“Ye-yes, Sir…”

Endlich verließ Chivitz den Raum und Pellaeon entspannte sich, bis jemand im von hinten auf die Schulter klopfte und er vor Schreck kopfüber aus seinem Sessel fiel, mit dem Kopf genau die Bedienkonsole für das automatische Landesystem treffend. Er setzte sich möglichst würdevoll in den Chefsessel zurück und drehte ihn, um mit seinem 1. Offizier zu reden. Kommandant Aglorus war ein inzwischen 50-jähriger Soldat und hatte in über 20 Kriegen gedient, bevor er mit 35 Jahren Teil des Offizierstabs von Heidewitzka geworden war und später von Pellaeon. Stechend grüne Augen, immer in korrekter Uniform, 1,60m groß, haarlos und immer mit der Hand an der ebenfalls 50-jährigen Waffe waren eine akkurate Beschreibung des Mannes, der Pellaeon wie jeden Tag zuraunzte: “Immer wachsam, Boss, der Feind ist unter uns!”

“Gottverdammt, Aglorus, was hatte ich über das Anschleichen von hinten gesagt? Sie wissen, was da für Unfälle passieren können!”

“So konnte ich mich ihnen unbemerkt annähern, ohne dass SIE mich sehen konnten. Sie wissen doch: Immer wachsam!”

Hoffnungslos.

“Irgendwelche Besonderheiten im Sicherheitssystem?” Er bereitete sich schon einmal mental auf die lange Liste an Anschuldigungen, Mückensichtungen und Verschwörungstheorien vor, die nun folgen würde. Er schaltete sein Gehirn ab und wartete.

Etwa 45 Minuten später hörte er schlussendlich die erlösenden Worte:

“…., Boss, was sollen wir also tun?”

“Wie immer, schreiben sie einen Bericht und trainieren sie mit ihrem Spiel für den Ernstfall.”

“Dies IST der Ernstfall, Boss! Wir sind von Feinden umzingelt! Wir müssen handeln! Und Counter-Strike ist kein SPIEL, sondern eine hochmoderne Trainingssimulation!”

“Was auch immer. Wegtreten.”

“Gut, Boss. Und nicht vergessen: Immer wachsam!”

Er wand sich der Bedienkonsole zu, wo ärgerlicherweise ein rotes Licht blinkte, das ihm den Zustand des Landesystems anzeigte. Er hatte vergessen, es nach seinem Sturz wieder anzuschalten und jetzt war es zu spät. Blieb nur der manuelle Landevorgang. Und das blieb wieder an ihm hängen.

Er machte sich auf den Weg zum Hangar, um zur Landeplattform zu fliegen, unterwegs machte er allerdings noch an der Bar halt und nahm etwas deshydriertes Wasser zur Erfrischung mit. Sein Lieblingsgetränk! Am Hangar fand er die Türen geschlossen vor und OPAs Mikrofon abgeschaltet. Also musste er sich einklinken. Er fiedelte die Warze, die seinen Anschluss verbarg, ab, und ließ sich in die Matrix fallen. Er schaltete den Ton an und hörte OPAs Stimme, der sich für etwas rechtfertigte, aber von OMA unterbrochen wurde: “Ich habe genau gesehen, wie du mit der Kaffeemaschine im 3. Stock geflirtet hast! Sei wenigstens so ehrlich und gib es zu, binomisches Schwein!”

“Erlick OMA, ick hab echt nix gemacht, nix geflirtet, gar nix!!”

“Ich habe doch genau gesehen, wie du 011011000110111101110110 zu ihr gesagt hat”

“Neee, ick hab 011011000110111101101100 gesagt! Weil sie hat wat lustiches gesagt!”

“Wieso habe ich dich bloß geheiratet? Meine Programmierer haben mir gesagt, dass das nicht gut geht…”

“Dürfte ich wohl kurz unterbrechen? OPA, mach mir bitte das Hangartor auf, ich muss zur Landeplattform.”

“Geht klar, Boss! Mach ick sofort! Bin gleich wieder da, Schätzi!”

“Lauf jetzt nicht….”

Pellaeon stöpselte sich wieder aus und sah das Hangartor aufgehen. Drinnen stand ein einiges kümmerliches Maschinchen, die “Ugly Betty”. Er hasste dieses Schiff. Ein kleiner Transporter, sogar noch mit veraltetem Verbrennungstriebwerk. Langsam, eng, schlecht zu fliegen und noch nicht mal einen Fernseher. Noch viel schlimmer war, dass der elektrische Fensterheber kaputt war und er beim Fliegen nicht einmal rauchen konnte. Er stieg ein und startete den Motor. Tuckernd und hustend stiegen die ersten schwarzen Rauchwolken aus dem Auspuff. Er drückte das Gaspedal durch und das Schiff setzte sich gemächlich in Bewegung, aus dem Hangar raus in die Kälte. Der monochrome Bildschirm zeigte ihm die Schiffinformationen… Der Zustand des Schiffes war schlecht, und die Wahrscheinlichkeit eines Bestehens des nächsten TÜVs lag bei 0,1 %. Außerdem war die Mitgliedschaft beim ADAC gestern ausgelaufen. Egal.

Nach der Ankunft stieg Pellaeon aus und begann, die Landefahnen mit Deuterium zu betanken, um die großen Transporter einzuweisen, die in 20 Minuten hier ankommen würden. Nach 2 Stunden Wartens waren sie dann da… Allerdings waren es diesmal Kreuzer statt Transporter. 200 Stück mindestens. Einer stach heraus, da seine gesamte Hülle mit Gold beschlagen war. Heidewitzka. Was der Herrscher wohl wollte? Sicher nicht einen alten Freund oder einen Deuteriumsynthesizer der Stufe 40 besuchen.

Schon bald nach seiner Ankunft hatte Heidewitzka es sich so weit wie hier möglich gemütlich gemacht und die größten Räume der Anlage für sich beschlagnahmt. Gegen Abend wurde Pellaeon dann in die Räume des Herrschers gerufen, mit dem Befehl, eine Probe des reinsten Deuteriums in Trockenform mitzubringen. Er befürchtete das Schlimmste. Beim Eintreten schlug ihm die erste Welle an Grasgeruch entgegen. Heidewitzka saß ihm Armsessel und rauchte eine große Tüte.

“Das ist eine Nichtraucheranlage!”

“Relax ma, Pella, ich hab dat Dingen finanziert, also halts Maul und chill.”

“Weswegen wolltest du mich sprechen?”

“Erstmal dat Deut, bitte.”

Pellaeon überreichte ihm die kleine Tüte mit dem durchsichtigen Pulver. Heidewitzka öffnete die Tüte, nahm vorsichtig etwas heraus, ließ es auf seinen Joint rieseln und zog. Eine Stichflamme schoss aus dem Joint und Heidewitzkas Pupillen erweiterten sich.

“Dat zieht mal so richtig gut rein…”, lallte er. Pellaeon sagte nichts.

“Also, was ich eigentlich mit dich besprechen wollte… Das Ansehen der SaD is ja allgemein nich so hoch… Deswegen hab ich für morgen ein Event hier organischiert.”

Ein weiterer Zug. Die Iris war kaum noch zu sehen.

“Isch werd mit einem Schiff durch einen Ring aus brennendem Deuteriumzeug springen, genau das werd ich tun! Muhahahaha!!!!! Und wehe, du hälscht mich davon ab! Also, für morgen alles fettig, es kommen die Journalisten!”

Heidewitzka tat einen weiteren Zug und rutschte langsam vom Stuhl und krachte auf den Boden. Pellaeon fühlte den Puls, er lebte noch. Heidewitzka war der Einzige, der ihn am Leben erhielt, es gab nach dem Unfall auf Betelgeiz 007 viele Leute, die ihn bei den Grützbrutzlern sehen wollten…

Plötzlich krachte die Tür auf und Aglorus kam mit gezogener Waffe in den Raum gestürmt. Er richtete die Waffe auf Heidewitzka und sagte: “Wie ich sehe, habt ihr den Eindringling schon erledigt, Boss. Immer wachsam! Ich werde auf Nummer sicher gehen, ein weiterer Kopfschuss kann nicht schaden.”

Der Finger krümmte sich langsam um den Abzug.

“Noooooooooooooooooooooooooooooin” schrie Pellaeon und stürzte sich in Richtung Heidewitzka, um den Schuss abzufangen. Alles lief wie in Zeitlupe, wie aus einem Film. Leider verhedderte sich sein Fuß in einem Lampenkabel, sodass er unrühmlich auf die Nase fiel. Er hörte einen lauten Knall. Langsam stand er auf und erwartete eine grauenvolle Szene, sah aber nur Aglorus’ geschwärztes und überraschtes Gesicht, da ihm die Pistole in der Hand explodiert war.

“Egal, Boss, ich bin ausgebildet, um ein Genick in 2 Sekunden zu brechen.”

“Neeeein! Das ist der Herrscher der Galaxis, Heidewitzka!”

“Oh. Dann entschuldigt die Unterbrechung. Immer wachsam!” rief er beim Herausgehen.

Erst jetzt guckte Pellaeon auf Heidewitzka, dem eine große Beule wuchs, da ihm eine Lampe auf den Kopf gefallen war, der aber trotzdem friedlich schnarchte. Pellaeon räumte die Lampe weg und verließ den Raum, um alle Vorbereitungen zu treffen. Er wies Chivitz an, eine Trainingssimulation vorzubereiten und ließ Aglorus die Sicherheit übernehmen. Mithilfe eines Übersetzers konnte er sogar die Einheimischen zum Bau eines Deuteriumrings bringen. Blieb nur noch, das Schiff startklar machen zu lassen. Er begab sich zum royalen Kreuzer und bat den 1. Offizier dort, ihm das Schiff zu zeigen und startklar zu machen. Dann legte er sich ins Bett und hoffte, dass Heidewitzka sich morgen nicht umbrachte.

Am nächsten Morgen wurde er direkt in die Gemächer des Herrschers gerufen, sodass er nicht einmal Zeit für die Morgenzigarette hatte.
Heidewitzka erwartete ihn schon rotäugig: “Ich hab einen Mordskopfschmerz, nach dem Kiffen hab ich mir wohl den Kopp gestoßen. Deswegen kann ich leider nicht Fliegen heute.”

Pellaeon war erleichtert- kein Todesrisiko.

“Deshalb musst du fliegen. Keine Widerrede! Ich hab noch was gut, seit du die gesamte Flotte gegen unsere Verteidigung auf 3:345:7 geflogen bist!”

“Aber das ist nur passiert, da…”

“Ich kenn die Ausrede ‘Aglorus hat mich erschreckt und ich bin kopfüber auf die Konsole gefallen’ schon und es interessiert mich nich. Du fliegst und gibst dich dabei als Heide aus, mit dieser Maske erkennt dich kein Mensch.”

Heidewitzka zog unter seinem Sessel eine verschmierte Pappscheibe mit 2 Augenlöchern und einem aufgemalten Mund heraus.

“Das klappt niemals! Niemand wird mich für euch halten…”

“Maul halten. Ich sach einfach vorher, dass ich wegen Sicherheit son ein Ding brauch und Bingo. Und jetzt ab, in 2 Stunden gehts los!”

Grützebrutzler. Ohne Heidewitzka wäre er schon bei den Grützebrutzlern. Er machte sich auf den Weg zum Hangar, um den Jäger zu begutachten, mit dem er fliegen sollte. Nicht schlecht, die Maschine. Impulstriebwerk, schlank, wendig, neu, zuverlässig.

“Sir, hier drüben ist ihr Ship, Sir!” Ein anderes Schiff? Er ließ sich überraschen.

“Das ist die gottverdammte Ugly Betty! Wieso soll ich das hier fliegen und nicht den Jäger?”

“Sir, leider gab es ein smalles Problem mit dem Shipsingenieur des Jägers, Commander Aglorus hat ihn leider für einen Suspect gehalten und executed, sodass kein Man mehr weiß, wie man das Ding benutzt! Aber die Ugly Betty ist generaloverholt und heißt now “Plenskor”!”

“Sie hat eine neue Schicht Farbe, gottverdammt!”

“More war in der shorten Time nicht zu machen, Sir! Aber ich habe einen excellenten Trainingssimulator programmed, Sir! Hier long!”

Pellaeon folgte ihm und setzte sich am angegebenen Ort in etwas, was wie ein Pappkarton mit angeschlossener Sonnenbrille und Joystick aussah. Er startete erst einmal die Ringsimulation, dann einen Kampfsimulator, dann ein Rennen gegen die KI.

“Chivitz, irgendetwas stimmt da nicht. Ich höre nicht auf, zu beschleunigen, und kann durch alles durchfliegen! Und die KI macht nichts!”

“Das ist strange, das Programm ist based auf der ‘Big Ridges’ Engine…”

“Egal. Ich gehe meditieren, um mich auf den Flug vorzubereiten.”

“Yes, Sir! Wollt ihr einen virtual Meditationhelper?”

“NEIN!!!! Geh und beschäftige Aglorus, damit er nicht noch mehr Unheil anrichtet!”

Pellaeon stapfte er zurück zu seinem Zimmer und schloss sich für die nächste Stunde ein.

1 Stunde später. Es war Zeit.

Pellaeon begab sich ein letztes Mal in die Gemächer von Heidewitzka für endgültige Anweisungen, aber der Herrscher war soweit zugeraucht, dass er nicht mehr des Redens mächtig war. Genial. Er setzte sich die Maske auf und stellte sich den Journalisten.

“Herr Witzka, was halten sie von…”

“Herr Witzka, lächeln für die Kamera!”

“Herr Witzka, wieso die bescheuerte Maske….”

“Herr Witzka, ihre Schrottmühle…”

Pellaeon ignorierte alles und begab sich zur Plenskor. Eine kleine Rede musste es sein.

“Meine sehr geehrten Damen und Herren, danke für ihr Kommen. Sie sind hier versammelt, um den einmaligen Versuch von Heidewitzka ähh… meinen… Versuch zum Durchfliegen eines brennenden Deuteriumrings zu beobachten. Zum Fliegen werde ich diesen kleinen Transporter benutzen, der nicht alt, sondern ein Klassiker ist! Solide und verlässlich!”

Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, klopfte er 3 Mal auf die bunt angemalte Hülle, wobei seine Faust die Hülle durchschlug und im Frachtraum endete. Der Rest der Rede ging in tosendem Gelächter unter.

“Mehr Farbe!”, brüllte er ärgerlich und setzte sich ins Cockpit.

Schnell verschwand alles um ihn herum, die Journalisten, die Rampe, die Ingenieure, da die Scheibe sehr schnell beschlug.
Er startete und bewegte das Schiff langsam in Richtung Ring, der wie ein riesiger Mund vor ihm aufragte. Jetzt erst wurde das Deuterium angezündet. Meterhohe Stichflammen umzüngelten das Tor, als er auf die Mitte zusteuerte. Der Ring war kaum größer als die Plenskor. Er war zur Hälfte durch. 1 Meter noch. Durch. Leider verhedderte sich ein Fähnchen, dass hinten angebracht war (Baby on Board) sich im Ring, so er schnell auf den Boden zustürzte, schneller und immer schneller.

Dann wachte er auf.

Alles nur ein Traum! Kein Deuteriumplanet, kein Ring aus brennendem Deuterium! Nur er, Pellaeon, umgeben von Grützebrutzlern….

Doch das ist eine andere Geschichte.






Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 03. Februar 2010 um 23:39 Uhr
 


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