| Zu Besuch in Galaxie 2 |
|
|
|
| Geschrieben von: Troublestarter |
| Sonntag, den 06. September 2009 um 15:08 Uhr |
|
Hiermit stellen wir nun auch den 1. Platz unseres Schreibwettbewerbs online. Troublestarter konnte die Jury mit seinem Text überzeugen. Er erhielt im Schnitt starke 9,1 Punkte, womit er sich die Wallie-Card im Wert von 50€ sichern konnte. Die Jury hat es sich nicht leicht gemacht und es gab außer den 3 Gewinnertexten natürlich viele weitere lesenswerte Exemplare. Auch diese werden nach und nach auf OGameUniverse.de veröffentlicht. Ich kam nachts an, deswegen war es mit 40° C vergleichsweise kühl. Von dieser Temperatur, die für Erdenmenschen normalerweise eher heiß als kalt ist, spürte ich jedoch nicht viel. Diese Klimatisierungscreme, die man im Onkel-Nani-Laden nebenan kaufen konnte, ließ einen die starken Temperaturschwankungen, die man auf seinen Reisen zwischen den unterschiedlichen Planeten erlebte, gar nicht wahrnehmen. Wir dockten an. Ich verließ den Transporter, mit dem ich einen günstigen Flug über zwei Galaxien gebucht hatte und ging zum Ausgang. Ich musste mich erstmal orientieren, denn diese Werft, auf der wir angedockt hatten, war etwas größer als die, die ich von zu Hause kannte. Diese hier hatte insgesamt 20 Stockwerke, wovon 12 Stockwerke allein für die Montagehallen mit entsprechenden Hangars und Gates reserviert waren. In den darunterliegenden Stockwerken waren Werkstätten untergebracht, in denen auch Verteidigungsanlagen gebaut wurden. Das kannte ich noch von meinem Heimatplaneten. Ich hatte einmal eine Zeit lang in einer solchen Werft gearbeitet, nur war sie erheblich kleiner, denn nur zivile Schiffe wurden dort hergestellt und unser interstellarer Stadthalter hatte entschieden, auch nicht allzu viel in Verteidigung zu investieren, sodass es dort nur noch wenig Arbeit für einen jungen Mann wie mich gab. Die Infrastruktur in meiner Heimat war eher für den Bergbau ausgerichtet und so fand ich Arbeit in einer Metallmine. Das hätte Zukunft, sagte man mir bei meiner Einstellung und bis heute konnte ich mich wirklich nicht über mangelnde Beschäftigung beklagen. Aber jetzt hatte ich ja Urlaub und ich wollte mir mal den Sitz, ja, den Stolz unseres Imperiums ansehen. Ich checkte in meiner Unterkunft ein. Es war spät, ich war von der Reise müde, obwohl der Flug mit weniger als 3h noch ganz okay war und so bezog ich gleich mein Zimmer. Es war klein und einfach gehalten. Die Wände trugen altmodische Tapeten, die an ein paar Ecken kleine Schäden hatten. Offensichtlich hatte man in dieser Absteige noch nicht von den sich selbst reparierenden Nanotapeten gehört, aber was wollte ich für diesen Preis schon erwarten. Die Nasszelle war klein, aber wenigstens sauber, wie eigentlich das ganze Zimmer auch. Angesichts der zahllosen Reinigungsdroiden war das allerdings keine große Leistung. Ich stellte also die Reisetasche erstmal auf das Bett und ging zum Fenster – ich schlafe immer bei offenem Fenster – und so sah ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Mond. Kreisrund stand er still über dem Planeten. „Faszinierend“, dachte ich, „und so groß.“ Ich beschloss, am nächsten Tag, einen kleinen Ausflug auf den Mond zu machen. Die Weckautomatik des Bettes ließ mich um 7:30 Uhr erwachen. Ich streckte mich und blieb noch ein paar Minuten liegen, bevor ich freundlich daran erinnert wurde, dass ich bereits seit 6 Minuten und 34 Sekunden aufgestanden sein wollte. Mürrisch erhob ich mich aus den Kunstfedern und begab mich ins Bad. Kaum dass ich aufgestanden war, wurde auch das Bett automatisch gerichtet, das Kissen aufgeschüttelt und die Tagesdecke übergestreift. In alten Büchern hatte ich einmal gelesen, dass solche Arbeiten früher von Menschen noch von Hand ausgeführt wurden. Das muss man sich mal bildlich vorstellen! Etwa eine halbe Stunde später ging ich hinunter in den Frühstücksraum. Es war ein paar Minuten nach 8 und ich belegte einen Tisch mit Blick zur Straße hin. Wie schon bei meinem Abflug schien auch hier die Sonne und es wurde zusehends wärmer. Ich hatte mich heute noch nicht frisch eingecremt, weswegen meine individuelle Klimatisierung nur noch bis 30° C reichte, was einem morgens um 8 bei Außentemperaturen um die 50° C schon ziemlich den Schweiß auf die Stirn treiben konnte. Eigentlich wollte ich das jetzt gleich nachholen, aber ich sah am Fenster schon meinen Freund vorbeigehen, mit dem ich mich hier treffen wollte, um dann den Tag zusammen zu verbringen. Inho Treby war sein Name. Früher hatten wir zusammen in Galaxie 4 in der Nachbarschaft gewohnt und wir hatten einiges zusammen gemacht. Auch waren wir Arbeitskollegen gewesen, bis Inho eine Ausbildung zum Piloten machte, weil ihn das Abenteuer reizte. Das war ungefähr der Zeitpunkt gewesen, als ich mich nach Arbeit außerhalb der Raumschiffwerft umsah. Als er dann als Pilot angenommen wurde, trennten sich unsere Wege, weil es bei uns in Galaxie 4 nur zivilen Flug gab und er ja unbedingt Kampfpilot werden wollte. So zog er um auf den Hauptplaneten unseres Imperiums nach Galaxie 2 und dort hatte er dann eine Zusatzausbildung erst auf einem leichten Jäger und dann auf einem Kreuzer gemacht. Mehr wusste ich nicht von seinem Werdegang und so war ich wirklich gespannt, was er mir für spannende Erlebnisse aus unzähligen Raumschlachten berichten könnte. Einen Augenblick später kam Inho schon in das Hotel hinein, nahm seine Sonnenbrille ab und kam auf mich zu. Ich hatte noch gar nichts zum Frühstück ausgesucht, also stand ich auf und wir umarmten uns zur Begrüßung wie sich eben gute Freunde umarmen, die sich einige Zeit schon nicht mehr gesehen hatten. „Hey Inho, lange nicht gesehen!“ „Hi Zety, alter Knabe! Schön dich zu sehen! Wie war die Reise?“ Ich erzählte kurz vom Flug im Transporterkonvoi. „Ah okay. Hast du dir schon irgendetwas angeschaut?“ fragte er. „Nur mein Zimmer“, antwortete ich und lachte kurz: „Ich hatte noch nicht all zu viel Gelegenheit mich hier umzusehen. Aber die erste Sehenswürdigkeit hab ich trotzdem schon gesehen“, meinte ich und deutete mit dem Finger nach oben. Inho konnte mir nicht ganz folgen. „Ich meine den Mond hier.“ „Habt ihr in Galaxie 4 noch keinen?“ „Nein, sieht auch nicht danach aus.“ „Na, dann schlage ich doch mal vor, dass wir uns heute mal den Mond genauer ansehen. Was meinst du?“ „Find ich super! Ich werde noch frühstücken und dann kann es losgehen.“ „Und ich werde mir einen Kaffee holen, dann können wir uns etwas unterhalten.“ Wir setzten uns. Ich nahm eines der Brötchen, die ich mir vom Buffet geholt hatte und belegte es mit frischem Kunstlachs. Inho seinerseits nahm einen kräftigen Schluck heißen Kaffee. „Was gibt’s Neues?“ fragte ich, um das Gespräch in Gang zu bringen. „Och, nich’ viel“, antwortete er gedehnt. „Wie jetzt?! Du bist doch extra Pilot geworden, weil du etwas mehr Action gebraucht hast!“ „Ja, das stimmt wohl, aber schau Dich doch mal um! Hier ist nichts los.“ „Das verstehe ich nicht. Ich habe gerade heute auf meinem Flug mit einem der Crewmitglieder gesprochen. Er meinte, das Kristall, das sie geladen hätten, würde hier direkt für die Schlachtkreuzerproduktion gebraucht. Also muss da doch Bedarf bestehen, oder?“ „Ja gut, der Imperator baut seine Flotte zwar immer noch weiter aus, aber wozu das gut sein soll …“ „Wieso soll das denn nicht gut sein?“ „Naja, hattest du schon mal die Gelegenheit, einen Blick in die Sonnensysteme zu werfen?“ Ich überlegte kurz. „Hm, ist schon ein paar Tage her.“ „Hast du mal darauf geachtet, wie viele Planeten besiedelt sind?“ „Nö, hab ich nicht. Was ist denn damit?“ „Es sind sehr wenig. Und es werden auch immer mehr verlassen. Viele Zivilisationen sterben aus!“ „Und warum?“ „Weiß ich auch nicht. Manche jammern wohl wegen Angriffen, die auf sie geflogen werden.“ Ich musste kurz lachen. „Das ist ja was. Du beklagst dich über Dinge, die du selber verbrochen hast!“ Inho tat so, als würde er sich darüber aufregen. „Was denn! Ich hab gar nichts verbrochen!“ „Doch, hast du“, gab ich lachend zurück. „Du greifst unschuldige Nachbarn an. Kein Wunder, dass die ihre Planeten aufgeben oder sogar total von der Bildfläche verschwinden.“ „Na, mach’s dir mal nicht zu einfach“, gab Inho zurück. Er wurde wieder etwas ernster. „Es ist ja nicht so, dass ich allein diese Ziele angreife. Die Befehle gibt immer noch unser weiser Imperator. Er wird schon wissen, was er da tut.“ Irgendwie bedauerte ich die Wendung des Gesprächs. Es war jetzt ziemlich ernsthaft und eigentlich sollte man doch leichtere Themen wählen, wenn man sich schon lange nicht mehr gesehen hatte, aber Inho wollte das Thema nicht einfach so im Raum stehen lassen. Ich belegte mir ein zweites Brötchen und ließ mir nichts anmerken. „Außerdem“, fuhr er fort, nachdem er einen weiteren Schluck Kaffee genommen hatte, „kann jeder in den Enzyklopädien des Universums nachsehen und die Weisheiten anderer Imperatoren erfahren. Es ist ja nicht so, dass man einfach wahllos angreifen würde. Du solltest mal sehen, was für Ziele das sind. Und glaub mir, wir fliegen nicht wegen jedem Krümel los. Die, die angegriffen werden haben sich selbst zu Zielen gemacht.“ „Ach so. Dann sind sie also selbst schuld?“ „Ja, doch, könnte man so sagen. In 99% der Fälle. Es gibt zwar auch Fälle, wo man einfach besser war, aber meistens passiert so was nach Fehlern des anderen. Aber wer gesteht so etwas schon ein.“ Das klang nach Resignation. Er nahm einen kleineren Schluck – offensichtlich wollte er die Tasse noch nicht leeren – und schaute mich an. Er erwartete eine Antwort oder einen Einwand, aber ich musste erst überlegen. „Ja gut, und weiter? Du magst zwar recht haben, aber an der Situation ändert sich dadurch ja nichts.“ „Nee, das stimmt leider. Irgendwie ist der Karren da ziemlich im Dreck. Weiß auch nicht, was man da machen kann.“ Er unterbrach kurz, sprach aber gleich weiter. „Bringt ja auch nichts, sich da Gedanken zu machen. Wir sind ohnehin nur zwei kleine Lichtlein. Außerdem werden wir nicht dafür bezahlt, unsere Köpfe über so etwas zu zerbrechen. Da gibt’s andere, die kennen sich da besser aus.“ „Ja, da wirst du wohl recht haben“, antwortete ich und konnte mir dabei ein kurzes Lachen nicht verkneifen. „Du sag mal, was machen wir heute eigentlich?“ Inhos Stimmung hellte sich gleich wieder auf. Offensichtlich war er dankbar, dass das Thema gewechselt wurde. „Ich dachte, du wolltest dir mal den Mond ansehen. Vielleicht liegt ja ein kleiner Auftrag nachher vor, zu dem ich dich mitnehmen könnte, wenn du magst.“ Ich konnte meine Überraschung nicht verbergen. „Klar! Das wäre super. Da hätte ich auf jeden Fall Lust drauf!“ „Na dann können wir ja los, wenn du mit Frühstücken fertig bist.“ „Okay, ich hole mir nur noch mal ein Glas Fruchtsaft und dann kann es losgehen.“ Wir gingen zu einem dieser Orbitalaufzüge. Es waren kleine, mit hoch verdichtetem Plexiglas ummantelte Kapseln, die an einem beindicken Seil aus Verbundfasern und Nanoklebern bestand. Das Seil selbst wurde durch die Fliehkraft eines tonnenschweren Gewichts am anderen Ende gestrafft und die Kapsel selbst war mit Mikro-Beschleunigungs- und Bremsdüsen am Boden und am Dach ausgerüstet. Am Ziel stieg man über eine kleine Empfangsplattform aus. Jeder Planet, um den ein Mond kreiste, hatte solche Stationen, über die beispielsweise die Besatzungsmitglieder der auf dem Mond stationierten Raumschiffe befördert wurden. Als Lastenaufzug waren sie dagegen nicht geeignet. Es hatte zwar entsprechende Versuche Mitte des 22. Jahrhunderts auf der Erde gegeben, aber die Kapazität war einfach nicht ausreichend und durch die rasch voranschreitenden Triebwerksforschungen dauerte es auch nicht mehr Tage, bis man den Mond erreicht hatte, sondern die Sache war in ein paar Minuten geschehen, weswegen die Aufzüge nur für Personentransporte oder Postlieferungen verwendet wurden. Inho und ich benutzten einen dieser Aufzüge und waren nach gerade mal einer Minute Fahrzeit angekommen. Es mag vielleicht kindisch klingen, aber ich war wirklich überwältigt von dem Anblick der sich rasch nähernden Mondoberfläche. Es war einfach faszinierend, die edle, silberne Färbung des Mondstaubes zu beobachten und zu sehen, welche großen Schatten die Krater am Horizont warfen, die kleine Trümmerteile immer wieder wie Narben in den Boden gruben. Wir kamen an. Fast geräuschlos bremste die Kapsel ab und die Luftschleuse öffnete sich. Da ein Mond bekanntlich keine Atmosphäre hat, waren hier im Gegensatz zu den Planeten solche Luftschleusen notwendig. Das war mir nicht ganz geheuer, erinnerte es mich doch daran, wie verletzlich man hier doch war. „Nur ein etwas Größerer dieser Trümmerbrocken …“ fing ich an zu überlegen und schob den Gedanken gleich beiseite, ehe ich mich selbst verängstigen würde. Ich hatte keinen Grund, Angst zu haben, dafür war hier kein Platz. Schließlich hatte ich mir immer gewünscht, einen Mond zu betreten und nun hatte ich endlich diese Möglichkeit und wollte sie mir nicht durch Hirngespinste kaputtmachen lassen. Inho rettete mich vor meinen aufkommenden Angstzuständen, indem er mir die Anlage erklärte. „Wir müssen jetzt ein paar Treppen runter bis ins Erdgeschoss. Dort ist die Lobby der Mondbasis. Störe dich bitte nicht daran, wenn hier alles etwas enger bemessen ist. Der Ausbau dieser Mondbasen und aller anderen Gebäude ist ziemlich teuer, weswegen immer alles bis auf den letzten Platz aufgeteilt ist.“ Wir schritten einige Treppen hinab. Auf dem Weg nach unten konnte ich schon das ewige Piepen irgendwelcher elektronischer Geräte hören. Da war unsere Technologie schon so weit fortgeschritten, aber das Piepen konnte man den Geräten wohl nicht abgewöhnen. Als wir die letzten Stufen hinuntergingen, konnte ich in einem mittelgroßen Raum einige Sitzbänke und Infoschalter erkennen. Mitten im Raum war ein Schaukasten aufgestellt, wie man ihn auch aus Museen kennt, nur waren hier keine Münzen ausgestellt. Es war eine Modellnachbildung der örtlichen Mondbasis und der Gebäude, die an sie angeschlossen waren. Es war toll, die wie Pilzfäden ausschwärmenden Verbindungsgänge zu sehen, die zu den benachbarten Gebäuden führten. Eines konnte ich identifizieren, die Roboterfabrik. Sie war kleiner als auf unserem Planeten, aber das hatte wohl seine Gründe. Andere Gebäude erkannte ich nicht. Eines war ein riesiges Sammelsurium von Radarkuppeln und Parabolantennen. Eine eigentliche Form war nicht erkennbar, denn es war fast vollständig von Gerätschaften eingehüllt. „Was ist das?“ fragte ich Inho. „Oh, das ist die Sensorphalanx. Ein ziemlich cooles Teil muss ich sagen. Da werden durch hoch entwickelte Sensoren die Schwingungen von Flotten aufgefangen, die zu einem Planeten fliegen.“ „Wow.“ Ich war wirklich erstaunt, was es alles gab. „Wie ein Sonar für die Lüfte. Damit lassen sich prima Flotten abfangen, aber leider hat man noch nicht raus, wie man das Ganze auf Monde anwendet. Der Mondstaub absorbiert die Schwingungen fast vollständig und was zurückkommt ist sensorischer Datenmüll. Da lässt sich nichts draus machen, aber ich hoffe ja, dass sich das irgendwann mal legt. Dann ist keiner mehr sicher.“ Er lachte und ich wusste nicht, ob ich mitlachen sollte, also deutete ich schnell auf das riesige, radförmige Gebäude daneben. „Und das?“ „Das ist ein Sprungtor. Richtig dickes Ding, nicht wahr?“ „Ja, und was macht das?“ „Naja, wie der Name schon sagt: Damit kann man springen, auf einen anderen Mond, der auch so ein Sprungtor hat. Aber nicht nur ein Schiff, nein, Hunderte oder Tausende kann man so von jetzt auf gleich durch die Gegend teleportieren.“ „Wahnsinn!“ Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich konnte Inho verstehen, warum er lieber auf den Hauptplaneten gezogen war. „Und das ist völlig unriskant?“ „Ja, sollte eigentlich. Man hat aber schon davon gehört, dass so eine Flotte wegteleportiert wurde, aber nie ankam. Ich hab von so was ja keine Ahnung, aber in den Berichten darüber hieß es, dass ein sogenannter Bug dafür verantwortlich sei.“ „Also ich will so einem Bug nicht begegnen.“ „Nee, ich auch nicht“, stimmte Inho sofort mit mir ein. „Das muss echt übel sein, wenn so was passiert. Aber unsereins denkt über so etwas nicht nach. Wenn es heißt ‚Springen!’, dann wird gesprungen.“ Damit meinte er wohl seine Kameraden. Ich dagegen war gerade wieder sehr froh, nur Arbeiter in einer Metallmine zu sein. Wir gingen weiter und kamen zum zentralen Platz der Mondbasis, wo sich die Gänge kreuzten und daher auch viele Wegweiser zu finden waren. In der Mitte stand ein Deuteriumbrunnen. Nur Sternenreiche mit guten Deuteriumvorkommen konnten sich so eine Spielerei leisten, stellte es doch eigentlich eine Verschwendung des kostbaren Treibstoffes dar, aber genau dafür waren sie gedacht: Reisenden, Besuchern und Touristen sollte der Eindruck vermittelt werden: „Seht her, wir haben soviel davon, dass wir einen Springbrunnen damit betreiben können!“ Die Botschaft kam zumindest bei mir an. Ich konnte meinen Blick kaum von dem faszinierenden Schauspiel abwenden, da zupfte mich Inho schon am Ärmel. „Da, schau mal raus! Das hast du bestimmt noch nicht gesehen!“ Und er hatte recht. Vor uns erstreckte sich ein riesiges Areal, welches direkt in der Nähe des Sprungtores lag. Darauf waren viele Docks angebracht in den unterschiedlichsten Größen und Formen. Ich konnte im Vordergrund dicke Rohre erkennen, die von großen Tanks abseits des Areals hin zu kleineren führten, die unter den Docks angebracht waren und, so erklärte mir Inho, zur Betankung der Raumschiffe dienten. Von diesen gab es auf dem Areal übrigens genügend. Ich hatte mir kein Bild davon machen können, wie groß die Flotte des Imperators tatsächlich war, und auch wenn diese noch nicht mal unter den besten hundert des Universums angesiedelt war, so war der Anblick trotz allem überwältigend. Ein großer Teil war von Leichten Jägern belegt, die mit offenen Türen jederzeit für einen Einsatz bereit waren. Ich konnte mehrere Große Transporter erkennen, die aber eher abseits standen und, das wusste ich auch von meinem Planeten, gerne zum Sichern der Ressourcen benutzt wurden. Da keine weiteren Lager auf dem Mond zur Verfügung standen, ließen die Crews der Transporter die Ladung in der Regel in den Transportern drin und luden sie nur dann aus, wenn sie zum Beispiel als Begleitschiffe bei einem Angriff benötigt wurden. Dann lagen die vielen Tonnen Metall und Kristall in notdürftig umzäunten Bereichen des Areals herum, auf denen rostige Schilder mit lapidaren Sätzen Unbefugten den Zutritt verwehren sollten. Ich hatte bisher nur den einen Bereich des Areals überblickt, als ich auf die andere Seite schaute und mir vor Staunen der Mund offen stehen blieb. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Riesig in seinen Ausmaßen, einschüchternd in seiner Form und zerstörerisch in seiner Wirkung sah ich ihn nur aus der Entfernung, und doch lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Ich wusste ja, dass Todessterne groß waren, aber so gewaltig hatte ich sie mir nicht vorgestellt. Kaum vorstellbar, dass so etwas von Menschenhand gebaut werden kann. „Na?“, fragte Inho mit einem Grinsen. Hier war er in seinem Element. „Wie findest du das?“ „Umwerfend“, erwiderte ich. Mehr konnte ich nicht sagen. „Mordsteile hier, stimmts?“ „Mhmm“, nickte ich. „Hättest du Lust, ne kleine Runde zu drehen? Ich hab gerade per Pager einen Auftrag bekommen. Ein kleiner Farm-Angriff, wie wir es nennen. Da könntest du mitkommen. Und wenn wir fertig sind, schauen wir uns mal so einen Rip genauer an.“ „Au ja. Nichts lieber als das!“ antwortete ich sofort und meine Augen glänzten förmlich vor Freude. Es würde ein toller Tag werden. |
| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 03. Februar 2010 um 23:40 Uhr |






